Ausrüstung & Bekleidung beim Wandern

Tipps für den Einkauf — was Du wirklich brauchst, bevor Du zu einer mehrtägigen Alpenüberquerung oder Hüttentour aufbrichst.

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Eine vollständige Packliste ersetzt dieser Text nicht — die ergänzen wir an anderer Stelle. Hier geht es um die Fragen, die uns beim Einkauf am häufigsten erreichen: welches Material sinnvoll ist, worauf Du bei Regenjacke, Rucksack und Schuhen achten solltest, und wo Du getrost sparen kannst. Schuhe kaufst Du am besten immer im Fachgeschäft, mit Beratung und in Ruhe anprobiert — dazu gleich mehr unter Ausrüstung.

Bekleidung

Erste Schicht (Unterwäsche)

Merinowolle ist die erste Wahl für die Unterwäsche — angenehm auf der Haut und deutlich geruchsneutraler als Kunstfaser. Reine Merinowolle verschleißt im Dauereinsatz aber schnell. Achte deshalb darauf, dass ein gewisser Anteil Kunstfasern eingewebt ist — das verlängert die Lebensdauer, ohne die Vorteile der Wolle zu verlieren.

Zweite Schicht (wärmend)

Auch für die wärmende Schicht darüber empfehlen wir Merinowolle. Baumwolle ist hier ausdrücklich ungeeignet: Sie speichert Feuchtigkeit, statt sie abzugeben, und kühlt Dich bei Wind und Pausen schnell aus.

Dritte Schicht

Eine Softshelljacke ist für die meisten Etappen die bessere Wahl als eine Hardshell — sie ist atmungsaktiver und reicht für Wind und leichten Niederschlag. Bei der Hose hast Du die Wahl zwischen einer Zip-off-Hose, die sich zur kurzen Hose umbauen lässt (achte auf T-förmige Reißverschlüsse, die halten länger), und einer durchgehenden Hose mit Aufrollmöglichkeit.

Vierte Schicht (Regenschutz)

Bei der Regenjacke zählt vor allem die Wassersäule: Mit Rucksack solltest Du auf mindestens 20.000 mm achten, bei der Regenhose genügen 10.000 mm. Werbeversprechen von einem „angenehmen, trockenen Innenklima“ sind dabei meist optimistischer formuliert, als sie sich in der Praxis bei Dauerregen anfühlen.

Ersatzwäsche

Du brauchst weniger Wechselkleidung, als Du denkst. Nur die erste und zweite Schicht — also das, was direkt auf der Haut sitzt und schwitzt — solltest Du wechseln können. Die äußeren Schichten trägst Du mehrere Tage.

Socken

Die perfekte Wandersocke gibt es nicht — wichtiger als eine bestimmte Marke ist eine nahtlose Verarbeitung, damit an langen Etappen keine Druckstellen entstehen. Manche schwören bis heute auf das alte Zweisockenprinzip: eine dünne Innensocke aus Polypropylen unter der eigentlichen Wandersocke.

Ausrüstung

Rucksack

Wirklich wasserdichte Rucksäcke sind selten — ein Regenschutz für den Rucksack gehört deshalb in jedes Gepäck. Ob Du zusätzlich innen mit einem Packsack oder Liner arbeitest, ist Geschmackssache und hängt davon ab, wie empfindlich Dein Inhalt ist.

Sonnenbrille

In den Bergen ist die UV-Belastung deutlich höher als im Tal. Eine Sportbrille mit UV-Schutz und mindestens Schutzstufe 3 ist Pflicht. Achte auf eine CE-Kennzeichnung und, wenn möglich, auf wechselbare Gläser für unterschiedliche Lichtverhältnisse.

Regenschirm

Klingt ungewohnt, ist aber überraschend praktisch — zumindest an windstillen Tagen, etwa in den Pausen oder auf breiteren Wegabschnitten.

Hüttenschuhe

Leichte Modelle aus Kunststoff reichen völlig, oder Du nutzt die Hausschuhe, die viele Hütten ohnehin stellen. Entscheidend ist das Gewicht im Rucksack, nicht der Komfort auf der Hütte.

Hüttenschlafsack

Auf den meisten Hütten aus Hygienegründen vorgeschrieben. Ein Modell aus Seide ist leicht und packt klein — für die wenigen Nächte auf der Hütte reicht das völlig.

Trinkrucksack / Trinkflasche

Ein Trinksystem mit 1 bis 3 Litern ist einer Flasche meist überlegen: Du trinkst ohne Umgreifen im Gehen, und die Temperatur des Wassers bleibt länger angenehm.

Stirn- oder Taschenlampe

Eine Stirnlampe mit Rotlicht-Modus stört andere Gäste auf der Hütte weniger, wenn Du frühmorgens oder spätabends noch etwas suchst.

Erste Hilfe

Ein kleines Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Rucksack. Am wichtigsten darin: Blasenpflaster und Tape — die beiden Dinge, die auf Mehrtagestouren tatsächlich am häufigsten gebraucht werden.

Wanderstöcke

Prüfe vor der Tour den Verschlussmechanismus. Quick-Lock-Systeme haben sich gegenüber Schraubverschlüssen durchgesetzt, weil sie auch mit kalten oder nässen Händen zuverlässig halten. Ein Hinweis von uns: Stöcke helfen, ersetzen aber kein sicheres Gleichgewicht — wer sich zu sehr auf sie verlässt, stürzt bei einem Fehltritt der Stöcke schneller, als er ohne sie gestolpert wäre.

Fragen zur Ausrüstung können wir am besten im persönlichen Gespräch klären — ruf uns einfach an: 08364 / 23 79 980.

Häufig gefragt

Welche Wassersäule sollte meine Regenjacke haben?

Mit Rucksack mindestens 20.000 mm bei der Jacke, bei der Regenhose genügen 10.000 mm.

Brauche ich einen Hüttenschlafsack?

Ja — auf den meisten Hütten ist er aus Hygienegründen vorgeschrieben. Ein leichtes Modell aus Seide reicht.

Wie viel Wechselkleidung muss ich einpacken?

Weniger als gedacht: Nur die erste und zweite Schicht direkt auf der Haut solltest Du wechseln können, die äußeren Schichten trägst Du mehrere Tage.

Merinowolle oder Kunstfaser?

Am besten beides kombiniert: Merinowolle ist angenehmer und geruchsneutraler, ein Anteil Kunstfaser eingewebt macht sie haltbarer.

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