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Das musst Du wis­sen für die Tour über die Alpen: Tipps und wich­ti­ge Fra­gen zu einer Alpenüberquerung

Einmal zu Fuß über die Alpen: Welche Jahreszeit und Route passen, wie bereitest Du Dich vor und worauf kommt es bei Wetter, Schuhen und Orientierung an?

Berglandschaft zur Alpenüberquerung

Der gro­ße Wan­der­traum: ein­mal zu Fuß über die Alpen wan­dern und die Natur haut­nah erle­ben. Was Du alles vor­her wis­sen soll­test für Dei­ne Wan­de­rung über die Alpen beant­wor­ten wir dir mit unse­ren Tipps und Hinweisen.

Ein­mal zu Fuß und haut­nah die Alpen erkun­den und kom­plett zu über­que­ren: Das ist für man­che ein lang­ge­heg­ter Traum und für ande­re bereits wahr­ge­wor­de­ne Wirklichkeit.

Eine Alpen­über­que­rung zu Fuß, da kom­men – egal ob Du Wie­der­ho­lungs­tä­ter oder Green­horn bist – immer wie­der ver­schie­dens­te Fra­gen auf. In die­sem ers­ten von drei Blog­bei­trä­gen geben wir Dir wert­vol­le Tipps, damit Dei­ne Wan­de­rung über die Alpen von Erfolg gekrönt ist und rich­tig Spaß macht. Selbst­ver­ständ­lich sind vie­le Hin­wei­se auch für ande­re Berg­aben­teu­er nütz­lich und las­sen sich auch auf ande­re Stre­cken und Wege anwen­den. Rich­tig vor­be­rei­tet erwar­ten Dich beim Über­que­ren der Alpen idyl­li­sche Almen, uri­ge Hüt­ten, traum­haft gele­ge­ne Seen und gigan­ti­sche Berg­gip­fel bis hin zum Mat­ter­horn und und und …

Im Teil 1 unse­rer Tipps und Fra­gen schau­en wir, wel­che Jah­res­zeit am bes­ten für eine Alpen­über­que­rung geeig­net ist, wel­che Rou­ten es gibt und wor­auf gera­de beim Wet­ter zu ach­ten ist. Neben der rich­ti­gen Vor­be­rei­tung ist natür­lich das rich­ti­ge Schuh­werk ent­schei­dend, alles das beant­wor­ten wir im Fol­gen­den. Wei­ter geht es dann in Teil 2 Pla­nen der Alpen­über­que­rung und Teil 3 mit allem Wis­sens­wer­ten für eine Alpen­über­que­rung.

19 Tipps & Fra­gen rund um die Alpen­über­que­rung, im ers­ten Teil von Punkt 1 bis 6.

  1. Bes­te Jahreszeit
  2. Wel­che Route
  3. Rich­ti­ge Vorbereitung
  4. Umgang mit Wet­ter­phä­no­me­nen (Son­ne / Käl­te / Nässe)
  5. Der Schuh
  6. Ori­en­tie­rung
  7. Hüt­ten
  8. Pla­nung
  9. Buchung der Unterkünfte
  10. Zeit­be­darf
  11. Ruck­sack und Inhalt
  12. Flug­rei­se mit Wandergepäck
  13. Alpi­ne Erfahrung
  14. Art der Unterkunft
  15. Zu früh am Ziel (Lan­ge­wei­le am Nachmittag)
  16. Knie­schmer­zen und Co.
  17. Win­ter­ein­bruch und jetzt?
  18. Bekann­tes oder lie­ber einsam?
  19. Und nun — muss es wirk­lich die Alpen­über­que­rung sein?

1. Wel­che Jah­res­zeit ist am bes­ten geeig­net für die Tour?

Auf die Fra­ge zu wel­cher Jah­res­zeit Du am bes­ten auf dei­ne Tour star­test, gibt es kei­ne pau­scha­le Ant­wort. Das Wet­ter ist im Spät­som­mer (Sep­tem­ber / Okto­ber) oft deut­lich bes­ser als im Juli und August – ange­sichts beträcht­lich gerin­ge­rer Gewit­ter­ge­fahr. Die Luft scheint kla­rer und die Sicht ist oft gigan­tisch. Dafür sind die Tage kür­zer, die Dun­kel­heit setzt also schon frü­her ein. Mor­gens gibt es bereits häu­fig Frost und mit­tags wird es oft ange­nehm warm und nicht zu heiß, aller­dings sind vie­le Hüt­ten im Spät­som­mer bereits geschlos­sen. Alt­schnee­fel­der fin­den sich oft nicht mehr – aller­dings kann schon wie­der der ers­te Schnee fal­len (wobei das, wenn auch sel­ten, auch im Hoch­som­mer gesche­hen kann).

Dei­ne Tour muss aller­dings nicht zwangs­läu­fig im Spätsommer/​Herbst statt­fin­den, eini­ge Alpen­über­que­run­gen sind schon gut ab Ende Juni mach­bar. Dann sind jedoch oft noch Alt­schnee­fel­der vor­zu­fin­den, die mor­gens oft unan­ge­nehm hart­ge­fro­ren sein kön­nen und die Über­que­rung etwas beschwer­lich machen kön­nen. Die Tage sind lang und tags­über dro­hen recht häu­fig Gewit­ter – zwei­tes kann unter Umstän­den ein ziem­li­cher Stress­fak­tor sein.

Hin­zu kom­men die Feri­en, wel­che Du auch bei der Fra­ge, wel­che Jah­res­zeit am bes­ten geeig­net ist, auch berück­sich­ti­gen soll­test. Je nach­dem wel­ches Land oder Bun­des­land gera­de noch oder schon Feri­en hat, wirkt sich das auf die Zahl der Wan­de­rer aus und wie über­be­völ­kert dei­ne Rou­te dann ist. Vor allem die Feri­en in Bay­ern, Öster­reich und der Schweiz sind hier ent­schei­dend, aber auch die rest­li­chen deut­schen Bun­des­län­der kön­nen sich hier bemerk­bar machen.

Du selbst musst den idea­len Kom­pro­miss für Dich fin­den. Per­sön­lich mögen wir den Sep­tem­ber am liebs­ten, da er zusam­men­fas­send betrach­tet der bes­te Monat ist.

Ganz klar möch­ten wir aber auch Okto­ber und Novem­ber her­vor­he­ben, die­se bei­den Mona­te sind bei gutem Wet­ter oft her­vor­ra­gen­de Wan­der­mo­na­te. Gera­de für nied­rig lie­gen­de Tou­ren in Süd­ti­rol oder Tages­tou­ren vom Gast­hof / Hotel aus ist die­ser Zeit­raum ideal.

2. Wel­che Rou­te ist am bes­ten geeig­net und wor­auf kommt es an?

Die Fra­ge, wel­che Rou­te am bes­ten für dei­ne Tour geeig­net ist, lässt sich schon etwas leich­ter beant­wor­ten. Allen gemein ist, dass ein Groß­teil der Alpen­über­que­run­gen, wel­che von Nord nach Süd füh­ren, etwa eine Woche in Anspruch neh­men. Ande­re Fern­wan­der­we­ge über­que­ren die Alpen auch von Ost nach West, die­se Tou­ren dau­ern dann eher Mona­te statt Wochen, sind also eine deut­lich län­ge­re Ange­le­gen­heit. Fol­gen­de Fra­gen kannst Du Dir selbst stel­len, wenn es um die Wahl der Wan­der­rou­te über die Alpen geht:

  • Ist es mei­ne ers­te Wanderwoche/​längere Wan­de­rung in den Bergen?
  • Wie steht es um mei­ne alpi­ne Erfahrung?
  • Wie fit bin ich (ehr­li­che Einschätzung)?
  • Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?
  • Bevor­zu­ge ich es klas­sisch auf Hüt­ten oder über­nach­te ich lie­ber komfortabler?

Je mehr Erfah­rung und Fit­ness Du mit­bringst, des­to eher kannst Du eine rei­ne Hüt­ten­tour wie den E5 von Oberst­dorf nach Meran oder die Vari­an­te vom Königs­see zu den Drei Zin­nen wäh­len. Soll­test Du es lie­ber kom­for­ta­bel mögen, dann ist viel­leicht die Rou­te vom Tegern­see nach Ster­zing etwas für Dich. Wenn die Ein­sam­keit im Fokus steht, sind die Schwei­zer Alpen­über­que­run­gen womög­lich perfekt.

3. Rich­tig vor­be­rei­tet für Dei­ne Wan­de­rung über die Alpen

Viel­leicht fragst Du Dich, ob Du bereits fit genug für die ganz gro­ße Tour bist, dann ist ein wenig Trai­ning im Rah­men unse­rer Vor­be­rei­tungs­tou­ren eine gute Idee. Gera­de der belieb­te E5 wird häu­fig so bewor­ben, als könn­te ihn so gut wie Jeder gehen. Dem ist lei­der nicht so. Gera­de am E5 bre­chen rela­tiv Vie­le ganz ab oder set­zen für einen Tag aus, weil sie von der Tour uner­war­tet über­for­dert sind. Der Weg ist trotz sei­ner Popu­la­ri­tät anspruchs­voll. Je nach Jah­res­zeit und vor­an­ge­gan­ge­nem Win­ter ist auf der Rou­te außer­dem auch mit recht vie­len Schnee­fel­dern zu rech­nen. Auf jeden Fall sind eine ordent­li­che Kon­di­ti­on und Tritt­si­cher­heit nötig.

Nur, wenn Du fit bist, kannst Du die Tour auch wirk­lich genie­ßen. Daher heißt es vor­her oft Trai­ning, Trai­ning, Trai­ning – die Vor­be­rei­tung geht auch als Trai­ning zu Hau­se. Opti­ma­ler­wei­se soll­test Du Dich auch gesund ernäh­ren, mög­lichst wenig Alko­hol trin­ken und nicht rau­chen. Zu einer guten Vor­be­rei­tung auf eine Tour über die Alpen gehört ehr­lich gesagt meist auch ein gesun­des Gewicht. Ein paar Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht sind nicht ent­schei­dend. Aber mit 30 Kg zu viel kann eine Alpen­über­que­rung unter Umstän­den schon zur Tor­tur wer­den. Das soll­test Du bei der Beur­tei­lung dei­ner Fit­ness rea­lis­tisch einschätzen.

4. Wet­ter und sei­ne Fol­gen auf dem Weg über die Alpen

Das Wet­ter: ein ele­men­ta­rer Fak­tor auf dem Weg über die Alpen. Extre­me Wet­ter­wech­sel sind in den Ber­gen häu­fi­ger anzu­tref­fen als im Flach­land oder in den Mit­tel­ge­bir­gen. Schon allein durch die Höhen­un­ter­schie­de erge­ben sich im Lau­fe des Tages deut­li­che Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de. Bei wol­ken­lo­sem Him­mel und tro­cke­ner Luft sinkt die Tem­pe­ra­tur um ca. 1° Cel­si­us pro 100 Höhen­me­ter. Bei einer Alpen­über­que­rung sind Höhen­un­ter­schie­de von 1.000 m am Tag üblich, auf dem Ori­gi­nal E5 an einem Tag sogar 2.000 Höhen­me­ter. Hin­zu kommt der tages­zeit­lich abhän­gi­ge Anstieg, sodass die Schwan­kung an einem Tag zwi­schen dem tiefs­ten und höchs­ten Punkt schon mal 25° C und mehr sein kön­nen (Bsp. E5: See­schar­te ca. 2.600 m mor­gens im Schat­ten – spä­ter am Tag, Zams im Inn­tal auf 750 m in der Nach­mit­tags­son­ne). Für die­se Unter­schie­de soll­test Du mit einer ver­nünf­ti­gen Aus­rüs­tung gewapp­net sein, am bes­ten nutzt Du unser PDF Aus­rüs­tungs­lis­te Berg­wan­dern.

Ein paar Punk­te soll­test Du immer beach­ten: Grund­sätz­lich musst Du Dich sehr vor der Son­ne (Son­nen­brand / Son­nen­stich) schüt­zen. Hier­zu gehö­ren zumin­dest eine zeit­wei­li­ge Kopf­be­de­ckung und Son­nen­creme mit hohem Licht­schutz­fak­tor. Die UV-Strah­lung ist in der Höhe deut­lich inten­si­ver als im Flachland.

Des Wei­te­ren ist in den Ber­gen mit hef­ti­gen Tem­pe­ra­tur­stür­zen zu rech­nen. 10–15 °C am glei­chen Ort inner­halb eines Tages sind kei­ne Sel­ten­heit. Schnee auf 3.000 m ist auch im Hoch­som­mer immer wie­der mög­lich. Lang­an­hal­tend sind die­se Schnee­fäl­le meist nicht, aber wenn es Dich „kalt“ erwischt und Du unge­schützt bist, dann hilft im Extrem­fall nur Umkeh­ren. Sicher­heit geht auf jeden Fall vor.

5. Das pas­sen­de Schuh­werk für eine Alpenüberquerung

Viel wird über das rich­ti­ge Schuh­werk gere­det, geschrie­ben und dis­ku­tiert. Zahl­rei­che Anbie­ter erlau­ben ihren Gäs­ten die Teil­nah­me an einer geführ­ten Hüt­ten­tour nur, wenn Sie mit Schu­hen der Kate­go­rie B/C, die über den Knö­chel ragen, zur Wan­de­rung erschei­nen. Muss das sein? Unse­rer Ansicht nach nicht. Die­se hohen Schu­he ver­hin­dern angeb­lich ein Umkni­cken. Dem ist nach unse­rer Erfah­rung jedoch nicht unbe­dingt so. Sicher ist, dass die Knö­chel bes­ser geschützt sind, sobald ein Stein Rich­tung Füße rollt. Rich­tig ist auch, dass die Wahr­schein­lich­keit eines Umkni­ckens redu­ziert wird. Eine Garan­tie gibt es aller­dings nicht. Eine ande­re Theo­rie besagt wie­der­um, dass die Mus­keln und Bän­der bes­ser trai­niert wer­den, wenn mit fla­chen Schu­hen gelau­fen wird. Alles hat sein für und wider. Aus unse­rer Sicht sind soge­nann­te Zustiegs­schu­he durch­aus auch für respek­ta­bles Alpentrek­king geeig­net. Soll­test Du mit sol­chen oder ähn­li­chen Schu­hen eine geführ­te Tour bei uns antre­ten wol­len, möch­ten wir dies mit Dir ger­ne tele­fo­nisch zuvor kurz abklä­ren, so gibt es kein böses Erwach­sen am ers­ten Tourtag.

6. Ori­en­tie­rung in den Alpen: so klappt die Überquerung

Für alpi­ne Wan­de­run­gen ist ein gutes Ori­en­tie­rungs­ver­mö­gen ele­men­tar wich­tig. Bei schö­nem Wet­ter ist dies oft ein­fach, die Wege sind gut mar­kiert und Über­gän­ge ins nächs­te Tal von wei­tem erkenn­bar. Aber auch nicht immer, es gibt Rou­ten, da musst Du weg­lo­ses Gelän­de mit spär­li­chen Mar­kie­run­gen über­win­den oder Schnee bedeckt den Weg und die Kenn­zeich­nun­gen. Hier ist es wich­tig, dass Du nicht vom Weg abkommst. Bei der Hüt­ten­tour zu den Drei Zin­nen kann der Auf­stieg zur Pfandl­schar­te schon mal über 1 Stun­de lang durch Schnee füh­ren. Hier heißt es stur auf der Rou­te blei­ben, denn rechts und links wird es gefähr­lich. Beim berühm­ten E5 gibt es kurz vor dem Pitz­ta­ler Jöchl einen sehr deut­li­chen Hin­weis, dass der Weg links ein­zu­schla­gen ist, den­noch ver­su­chen es immer wie­der eini­ge Wan­de­rer rechts. Wenn dann noch Nebel auf­kommt, kann es schnell kri­tisch wer­den. Hier und in vie­len Situa­tio­nen heißt es die Kar­ten rich­tig lesen zu kön­nen. Wich­tig ist auch: Nur, weil Dir ein Weg­ab­schnitt unüber­wind­bar vor­kommt, nicht unüber­legt anders­wo wei­ter­zu­lau­fen – denn Du weißt nicht, wie es danach wei­ter geht. Im Kopf muss immer ein Plan B berück­sich­tigt wer­den. Die­ser lau­tet: Abbruch und Umkehr. Auf kei­nen Fall soll­test Du Dich aus­schließ­lich auf Dein GPS-Gerät oder Han­dy ver­las­sen. Auf­la­den ist auf Hüt­ten nicht immer mög­lich und bei Käl­te sind die Akkus oft uner­war­tet schnell leer.

Es gibt also eini­ges zu beden­ken vor dem Antritt einer Alpen­über­que­rung. Teil 2 beant­wor­tet wei­te­re Fra­gen und geben Dir Tipps zur Pla­nung und den Unter­künf­ten ent­lang des Wegs über die Alpen.

Hier geht es wei­ter zum 2. Teil unse­res Rat­ge­bers: Pla­nen der Alpen­über­que­rung Teil 2

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