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Trai­ning zu Hause

Training zu Hause: Empfehlung zur Vorbereitung für eine Alpenüberquerung und für alle anderen Touren aus unserem Programm Diese Empfehlungen gelten insbesondere für Einsteiger oder Personen ab ca. 60 Jahren. Sie sind nicht als allgemeinverbindlich anzusehen. …

Trai­ning zu Hause

Trai­ning zu Hau­se: Emp­feh­lung zur Vor­be­rei­tung für eine Alpen­über­que­rung und für alle ande­ren Tou­ren aus unse­rem Programm

Die­se Emp­feh­lun­gen gel­ten ins­be­son­de­re für Ein­stei­ger oder Per­so­nen ab ca. 60 Jah­ren. Sie sind nicht als all­ge­mein­ver­bind­lich anzu­se­hen. Vie­le von Euch wer­den es nicht in der emp­foh­le­nen Inten­si­tät benö­ti­gen, ande­re müs­sen ein wenig mehr machen. Wich­tig ist, dass Du Dei­ne ganz per­sön­li­che Dosis fin­dest (was oft genug nicht ganz ein­fach ein­zu­schät­zen ist).

Die Emp­feh­lun­gen sind von uns in Zusam­men­ar­beit mit einer sehr berg­be­geis­ter­ten, sport­li­chen Phy­sio­the­ra­peu­tin aus­ge­ar­bei­tet und aus­pro­biert worden.

Drei Din­ge vor­weg, bevor wir ein­zel­nen Übun­gen erklären:

  1. Die not­wen­di­ge Fit­ness um täg­lich über 1.000 Höhen­me­ter lau­fen zu kön­nen erreichst Du am bes­ten, in dem Du im Gebir­ge Höhen­me­ter trai­nierst. Alter­na­tiv geht das z.B. auch durch Trep­pen­stei­gen in einem Frank­fur­ter Wol­ken­krat­zer. 
    Wir emp­feh­len daher, wann immer mög­lich Trep­pen zu lau­fen und das am bes­ten, immer wie­der häu­fig hintereinander. 
  2. Unse­re Übun­gen benö­ti­gen weder ein Fit­ness­cen­ter, noch irgend­wel­che Gerä­te (Aus­nah­me: Balan­ce­kis­sen). Du kannst also alles nut­zen, was Dir in der Umge­bung sowie­so zur Ver­fü­gung steht und die Übun­gen in Dei­nen All­tag integrieren.
  3. Die Trai­nings­dau­er soll­te 8 Wochen kei­nes­falls unter­schrei­ten; bes­ser sind 3 Mona­te. Soll­test Du über 60 Jahr alt sein, emp­feh­len wir sogar 3 — 5 Mona­te. Die letz­te Woche vor Beginn der Tour soll­test Du die Trai­nings­in­ten­si­tät jedoch reduzieren. 

Fal­scher Ehrgeiz

Die hier von uns beschrie­be­nen Vor­schlä­ge wer­den dem ein oder ande­ren sehr leicht von der Hand gehen, wäh­rend ande­re viel­leicht hier und da ver­zwei­feln. Soll­te eine Übung nicht den gewünsch­ten Erfolg erzie­len, dann wäh­le ein­fach eine ande­re. Ein Bei­spiel: Wenn Du Dein Gleich­ge­wicht nicht so gut trai­nie­ren kannst, aber dafür Dei­ne Fit­ness, dann kannst Du dadurch even­tu­el­le Schwie­rig­kei­ten beim Gleich­ge­wicht durch die bes­se­re Aus­dau­er aus­glei­chen.

Ausgeglichene Ernährung für das Training zu Hause

Ernäh­rung

Kei­ne Angst es ist nur ein kur­zer Aus­flug und wir wol­len nichts ver­bie­ten und kei­nen Wurst­lieb­ha­ber zum Vege­ta­ri­er machen. Aber vie­le Men­schen ernäh­ren sich heu­te zu „sau­er“. Das hat nichts mit dem Geschmack des Essens zu tun. Es sind die che­mi­schen Fol­gen der Ver­dau­ung im Kör­per. Wenn wir im Ver­hält­nis zu viel an säu­re­bil­den­dem Essen wie Fleisch, Wurst, Käse und Koh­le­hy­dra­te aus Nudeln etc. zu uns neh­men und gleich­zei­tig Basen­bild­ner wie Obst und Gemü­se ver­nach­läs­si­gen, dann bleibt unser Orga­nis­mus in einem unge­sun­den Gleich­ge­wicht zurück. Im All­tag mer­ken wir davon im Nor­mal­fall nichts.

Eine Wan­der­wo­che ist für die meis­ten von Euch jedoch kein Nor­mal­fall. Bei Anstren­gun­gen über das bekann­te Maß hin­aus, führt eine Über­säue­rung zu län­ge­ren Rege­ne­ra­ti­ons­pha­sen, zu ver­spä­te­tem Mus­kel­auf­bau und zur Leis­tungs­min­de­rung. Das Gan­ze kön­nen wir etwas ver­bes­sern, indem wir tie­ri­sches Pro­te­in zum Teil durch Obst, Gemü­se und Sala­te erset­zen. Mage­rer Fisch ist dabei auch von Vor­teil. Aber auch bestimm­te Mine­ral­was­ser­sor­ten, die rela­tiv wenig Sul­fat ent­hal­ten und mehr Hydro­gen­car­bo­nat kön­nen helfen. 

Eine abrup­te Ände­rung der Ess­ge­wohn­hei­ten soll­te nicht das Ziel sein. Wer jedoch von Euch hier eine deut­li­che Ver­bes­se­rung wünscht, kann sich mit einem Ernäh­rungs­be­ra­ter oder Arzt besprechen.

Trai­nings­aus­rüs­tung

Am bes­ten trai­nierst Du, wenn Du so unter­wegs bist, wie es auch bei Dei­ner Wan­der­wo­che sein wird. Soll­test Du also eine Kom­fort­tour pla­nen, bei dem Dein Gepäck trans­por­tiert wird, dann reicht beim Trai­ning ein Ruck­sack­ge­wicht von 4 — 5 kg (bit­te wirk­lich ab und an tra­gen). Sofern Du Dei­nen Ruck­sack die gan­ze Zeit selbst tra­gen musst, dann sind 8 — 10 kg sinnvoll.

Die ers­ten 4 Wochen macht es jedoch grund­sätz­lich Sinn, mit einem leich­te­ren Ruck­sack zu begin­nen. Der soll­te dann ab dem 2. Monat mit mehr Gewicht bela­den und auch so gepackt sein, wie es bei Dei­ner Tour der Fall sein wird. So gewöh­nen sich Dei­ne Schul­tern und Dein Rücken an die unge­wohn­te Last.

Test­wo­chen­en­de

Nach eini­gen Wochen emp­fiehlt es sich, ein Test­wo­chen­en­de ein­zu­le­gen. D.h. bei­spiels­wei­se eine 2‑Ta­ges-Wan­de­rung im Mit­tel­ge­bir­ge mit Über­nach­tung. Die Höhen­me­ter soll­ten dabei zwei­mal hin­ter­ein­an­der nicht unter 600 m liegen.

Unebenes Gelände ist ideal um die Trittsicherheit zu trainieren.
Unebe­nes Gelän­de ist ide­al um die Tritt­si­cher­heit zu trainieren.

Trai­ning für die ver­schie­de­nen Mus­kel­grup­pen / Gleich­ge­wicht / Tritt­si­cher­heit / Muskelkater

Für die Bein­mus­ku­la­tur und das Gleich­ge­wicht emp­feh­len wir die Nut­zung eines Balan­ce­kis­sens. Stell die Füße auf das Kis­sen, bei leicht gebeug­ten Knien etwas aus­ein­an­der. Den Ober­kör­per lehnst Du leicht nach vor­ne und hältst das Gleichgewicht.

Sofern das gut funk­tio­niert, kannst Du im Wech­sel nach rechts und links schau­en. Für die nächs­te Stei­ge­rung bewegst Du zusätz­lich etwas die Arme und Bei­ne. Knie­beu­gen wären auch eine gute Alter­na­ti­ve — dabei kannst Du ruhig Dei­ne Wan­der­stö­cke zur Hil­fe neh­men. Wenn Du dar­in dann per­fekt bist, ver­su­che das Gan­ze auf einem Bein.

Begin­ne zunächst mit 10 glei­chen Übun­gen hin­ter­ein­an­der. Aber bereits zu Anfang min­des­tens 2 — 3 x 10 Stück. Spä­ter soll­ten dann 4 Ein­hei­ten mit 20 Übun­gen drin sein. Die­se Trai­nings­ein­hei­ten soll­test Du 2 — 3 Mal die Woche absol­vie­ren und so lan­ge bis Du damit zufrie­den bist. Ab die­sem Zeit­punkt kannst Du die Inten­si­tät lang­sam auf ein nied­ri­ge­res Niveau zurück­schrau­ben — sodass Du das Erreich­te beibehältst.

Mus­kel­ka­ter kommt vom berg­ab gehen und gera­de dann, wenn gro­ße Stu­fen zu über­win­den sind. Nut­ze daher jede Trep­pe, die Du fin­den kannst, um Dei­ne Bein­mus­ku­la­tur zu trai­nie­ren und gehe die­se bewusst lang­sam run­ter — ger­ne kannst Du zwei Stu­fen gleich­zei­tig neh­men. Wie­der­ho­le das Gan­ze regel­mä­ßig bis kurz vorm Start der Tour. 

Die Bein­mus­ku­la­tur kannst Du auch trai­nie­ren, indem Du die Fuß­bal­len auf eine Stu­fe stellst, die Fer­sen lang­sam absin­ken lässt und Dich wie­der hoch­drückst. Begin­ne mit 2 — 3 Ein­hei­ten a 10 — 15 Übun­gen. Bit­te stei­ge­re das Gan­ze auch auf 4 Ein­hei­ten mit min­des­tens 20 Ein­zel­übun­gen. Sofern Du bei die­sen Übun­gen Dei­nen Ruck­sack trägst, trai­nierst Du gleich­zei­tig Dei­ne Schul­ter- und Rücken­mus­ku­la­tur mit.

Aus­dau­er / Kondition

Lau­fen, lau­fen, lau­fen soll­te das Mot­to sein. Rad­fah­ren geht grund­sätz­lich auch, aber das Lau­fen / Jog­gen trai­niert die auf der Tour benö­tig­ten Mus­kel­par­tien bes­ser. Ide­al wäre, wenn Du dabei auch wie­der das zu erwar­ten­de Gewicht im Ruck­sack trägst (am Anfang nicht mehr als 3 — 5 kg — spä­ter bis 10 kg). Du soll­test dann im vor­letz­ten Monat der Trai­nings­pha­se durch­aus vie­le Kilo­me­ter mit dem Ruck­sack ohne Pro­ble­me tra­gen können.

Je fla­cher Du wohnst, des­to mehr musst Du lau­fen. Wenn Du aber in der Nähe eines Mit­tel­ge­bir­ges wohnst, dann ach­te mehr auf die Höhen­me­ter als auf die Kilometer.

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