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Das soll­test Du beim Pla­nen Dei­ner Alpen­über­que­rung und den Unter­künf­ten auf dem Weg beach­ten und wissen

Weiter geht es mit unseren Tipps für eine Alpenüberquerung. Was du alles bei den Unterkünften am Berg beachten und wissen solltest beantworten wir dir hier mit zahlreichen Tipps und Hinweisen.

Das solltest Du beim Planen Deiner Alpenüberquerung und den Unterkünften auf dem Weg beachten und wissen

Wei­ter geht es mit unse­ren Tipps für eine Alpen­über­que­rung. Was du alles bei den Unter­künf­ten am Berg beach­ten und wis­sen soll­test beant­wor­ten wir dir hier mit zahl­rei­chen Tipps und Hinweisen.

Im zwei­ten Teil unse­rer Tipps und Fra­gen für eine Alpen­über­que­rung schau­en wir uns den Pro­zess der Pla­nung und die Aus­wahl der rich­ti­gen Unter­künf­te und Hüt­ten genau­er an. Nicht nur der Weg über die Alpen und die rich­ti­ge Rou­te sind ent­schei­dend für ein tol­les Erleb­nis, auch die Unter­künf­te ent­lang des Wegs spie­len eine wich­ti­ge Rol­le. Zudem ist es wich­tig für eine sinn­vol­le Pla­nung auch zu wis­sen, wie du den Zeit­be­darf und dei­ne alpi­ne Erfah­rung rea­lis­tisch ein­schät­zen kannst du ent­spre­chend in die Pla­nung ein­be­ziehst. Alles zur rich­ti­gen Vor­be­rei­tung, Jah­res­zeit und Rou­te für dei­ne Alpen­über­que­rung fin­dest du im ers­ten Teil unse­res Rat­ge­bers, wei­ter geht es dann mit wei­te­ren Fra­gen zur Wan­de­rung und allem Wis­sens­wer­ten zur Alpen­über­que­rung in Teil 3 unse­rer Serie.

19 Tipps & Fra­gen rund um die Alpen­über­que­rung, im zwei­ten Teil von Punkt 7 bis 13: das Pla­nen der Alpenüberquerungtest

  1. Bes­te Jahreszeit
  2. Wel­che Route
  3. Rich­ti­ge Vorbereitung
  4. Umgang mit Wet­ter­phä­no­me­nen (Son­ne / Käl­te / Nässe)
  5. Der Schuh
  6. Ori­en­tie­rung
  7. Hüt­ten
  8. Pla­nung
  9. Buchung der Unterkünfte
  10. Zeit­be­darf
  11. Ruck­sack und Inhalt
  12. Flug­rei­se mit Wandergepäck
  13. Alpi­ne Erfahrung
  14. Art der Unterkunft
  15. Zu früh am Ziel (Lan­ge­wei­le am Nachmittag)
  16. Knie­schmer­zen und Co.
  17. Win­ter­ein­bruch und jetzt?
  18. Bekann­tes oder lie­ber einsam?
  19. Und nun — muss es wirk­lich die Alpen­über­que­rung sein?

7. Hüt­ten: das erwar­tet dich bei einem Hüt­ten­auf­ent­halt in den Alpen

Damit eine mehr­tä­gi­ge Hüt­ten­wan­de­rung für Dich nicht zum Über­nach­tungs-Desas­ter wird, haben wir hier eini­ge Anmer­kun­gen, was bei einem Hüt­ten­auf­ent­halt so auf Dich zukommt und was im Gegen­zug auf den Hüt­ten dort von Dir erwar­tet wird.

Eine Hüt­te ist kein Hotel und Du teilst Dir den Schlaf­raum immer mit ande­ren, das soll­te Dir von Anfang an klar sein. Die Schlaf­räu­me sind manch­mal sehr klein, mit nur weni­gen Schlaf­plät­zen. Es gibt aber durch­aus Hüt­ten, in wel­chen Du mit weit mehr als 20 oder 30 Men­schen einen Raum teilst. Nicht jede Hüt­te hat eine Dusche (auf der Kempt­ner Hüt­te am E5 wur­den zwei vor­han­de­ne Duschen sogar abge­baut) und die Kapa­zi­tä­ten sind begrenzt. Vie­le Hüt­ten haben Pro­ble­me mit der Was­ser­ver­sor­gung und die Duschen sind zeit­wei­lig geschlos­sen. Auch steht Dir am Berg nie eine Toi­let­te nur für Dich zur Ver­fü­gung – ab und an heißt es dann: Warten.

Dies alles hält Dich aber nicht von einer Alpen­über­que­rung ab und so soll­test Du für eine erfolg­rei­che Hüt­ten­über­nach­tung fol­gen­des tun:

  • Reser­vie­re Dei­nen Schlaf­platz mög­lichst im Voraus.
  • Zie­he die Berg­schu­he früh­zei­tig aus – meist im Ein­gangs­be­reich oder Schuh­raum. Nimm sie auf kei­nen Fall mit in die Schlaf­räu­me (Tipp: vie­le Berg­schu­he sehen ähn­lich aus. Kenn­zeich­ne Sie abends irgend­wie, damit sie nicht ver­wech­selt werden.)
  • Tra­ge Dich mit Dei­nem nächs­ten Ziel ins Hüt­ten­buch ein. Im Not­fall kann das der Berg­wacht hel­fen, Dich schnel­ler zu finden.
  • Bring einen Hüt­ten­schlaf­sack mit — dün­nes Inlay aus Sei­de, Kunst­fa­ser (leicht) oder Baum­wol­le (schwer)!
  • Nimm Rück­sicht auf ande­re: nachts kein Licht (Stirn­lam­pe mit schwa­chem Rot­licht)! Also nachts nicht im Schlaf­raum den Ruck­sack durch­su­chen, son­dern mit auf den Flur nehmen.
  • Bar­geld statt Kar­te – sel­ten gibt es in den Ber­gen die Mög­lich­keit mit Kar­te zu zahlen.
  • Ver­zich­te zeit­wei­se auf W‑LAN und Co. Der Strom reicht oft nicht aus, oder es gibt die­se Annehm­lich­kei­ten der Zivi­li­sa­ti­on ein­fach nicht.
  • Spa­re Was­ser. Eine Toi­let­ten­spü­lung kos­tet dort oben ca. € 5,00!
  • Nimm Dei­nen Abfall wie­der mit ins Tal. Du konn­test die vol­le Tafel Scho­ko­la­de hoch­tra­gen. Dann soll­te auch das Hin­ab­tra­gen der lee­ren Ver­pa­ckung kein Pro­blem sein. Abfall­ent­sor­gung ist in den Ber­gen sehr teuer.

8. Pla­nung der Alpenüberquerung

Die wich­tigs­ten Din­ge für die rich­ti­ge Pla­nung einer Alpen­über­que­rung las­sen sich schnell zusammenfassen:

  • Fest­le­gung des Zeit­punk­tes (oft ide­al sind Mit­te August bis Mit­te September)
  • Genü­gend Vor­lauf­zeit (Aus­rüs­tung besor­gen und Training)
  • Die Rou­ten­wahl – die Unter­schie­de sind enorm
  • ist eine Vor­be­rei­tungs­tour für Dich sinnvoll

Auch soll­test Du Dir über­le­gen, ob Du allein (was ist, wenn etwas pas­siert?) oder indi­vi­du­ell bzw. geführt in eine Grup­pe gehen willst.

9. Buchung der Unter­künf­te: recht­zei­tig Pla­nung für eine Alpenüberquerung

Auf stark fre­quen­tier­ten Wegen soll­test Du die Hüt­ten früh­zei­tig buchen – sinn­voll ist es auf jeden Fall eini­ge Mona­te vor­her. Bit­te ver­giss nicht die reser­vier­ten Plät­ze auch wie­der abzu­sa­gen, soll­test Du Dich anders ent­schei­den und den Platz doch nicht benö­ti­gen. Vie­le Hüt­ten sind mitt­ler­wei­le online buch­bar, auf den jewei­li­gen Web­sei­ten wirst Du ent­spre­chend infor­miert. Nicht so bekann­te oder fre­quen­tier­te Rou­ten sind auch noch kurz­fris­tig mach­bar — ten­den­zi­ell die Hüt­ten­tou­ren in den West­al­pen (außer der Tour Du Mont Blanc). Ansons­ten hängt es stark von der Grup­pen­grö­ße ab. Allein oder zu zweit geht auch oft noch kurz­fris­tig eine Über­nach­tung — mit 5 Per­so­nen schaut es schon schlech­ter aus. Bei bekann­ten Wegen sind auch die Start­ta­ge ent­schei­dend. Wenn Du unter der Woche (bis Don­ners­tag) star­test, sind die kurz­fris­ti­gen Chan­cen grö­ßer als am Wochenende.

10. Zeit­be­darf für eine Tour über die Alpen: wie lan­ge soll­test du einplanen?

Der Zeit­be­darf für eine sol­che Tour lässt sich nicht pau­schal benen­nen. Die Span­ne reicht von 6 Tagen auf dem E5 von Oberst­dorf nach Meran, bis hin zu 161 Tagen auf der Via Alpi­na von Tri­est bis nach Mona­co. Dazwi­schen gesel­len sich vie­le wei­te­re Weit­wan­der­we­ge. Da gibt es die noch immer nicht ganz defi­nier­ten Wals­er­we­ge (in Sum­me bis zu 30 Tage) oder die Gran­de Tra­ver­sa­ta del­le Alpi vom Wal­lis bis ans Mit­tel­meer. Allein auf der Sei­te viaalpina.org wer­den 5 Weit­wan­der­we­ge prä­sen­tiert. Die meis­ten und bekann­tes­ten Wege füh­ren jedoch von Deutsch­land nach Norditalien:

  • Oberst­dorf – Meran (vie­le Varianten)
  • Mün­chen – Venedig
  • König­see – Drei Zinnen
  • Gar­misch – Brixen
  • Tegern­see – Sterzing
  • Zug­spit­ze – Meran

11. Ruck­sack und Inhalt: das soll­test du auf eine Tour über die Alpen dabei haben

Es ist ent­schie­den. Du willst es wagen. Also, auf die Plät­ze, fer­tig: Ruck­sack­pla­nung. Beim Ruck­sack­ge­wicht heißt es wie so oft: So viel wie nötig, aber so wenig wie mög­lich. Über­le­ge Dir gut, was Du wirk­lich brauchst. Ein­stei­ger packen häu­fig zu viel ein und schlep­pen dann schon mal 15 kg mit sich her­um. Das Ziel soll­te auf jeden Fall unter 10 kg sein. Erfah­re­ne wis­sen, dass sich auf der Tour (fast) jedes Gramm bemerk­bar macht. Bit­te beach­te aller­dings, dass der leich­tes­te Ruck­sack, um Gewicht zu spa­ren, nichts nützt, wenn er sich nicht ange­nehm trägt.

Wich­tig für unter­wegs sind in jedem Fall:

  • eine kur­ze und eine lan­ge Trekkinghose
  • T‑Shirts aus Meri­no oder Kunstfaser
  • Unter­wä­sche
  • Wär­men­de Jacke
  • Hardshelljacke/​Regenjacke (z.B. Gore-Tex)
  • Müt­ze
  • Son­nen­bril­le
  • Son­nen­creme
  • Hüt­ten­schlaf­sack
  • etwas Ver­pfle­gung (+Was­ser)

Wei­te­re detail­lier­te Infos fin­dest Du in unse­rer Pack­lis­te.

12. Flug­rei­se mit Wandergepäck

Falls dei­ne Anrei­se mit dem Flug­zeug statt­fin­det, gibt es beim Trans­port von Wan­der­ge­päck ein paar Din­ge zu beach­ten. Um Pro­ble­me beim Check-in oder sogar Beschä­di­gun­gen des Equip­ments zu ver­mei­den, soll­ten vor der Abrei­se die fol­gen­den Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen werden:

Infor­mie­re dich vor Buchung des Flu­ges, wel­che Gepäck­richt­li­ni­en bei der jewei­li­gen Air­line gel­ten. Wäh­rend die eine Gesell­schaft etwas mög­li­cher­wei­se als kos­ten­lo­ses Auf­ga­be­ge­päck oder Hand­ge­päck erlaubt, könn­ten bei einer ande­ren Flug­ge­sell­schaft Zusatz­ge­büh­ren anfal­len, gera­de Über­ge­päck wird schnell sehr teu­er. Packe daher nur das Nötigs­te ein und wäh­le am bes­ten eine leich­te, aber den­noch stra­pa­zier­fä­hi­ge Aus­rüs­tung, zum Wan­dern kannst du ohne­hin nicht viel Gepäck mitnehmen.

Beim Hand­ge­päck gilt es beson­ders, die Vor­schrif­ten der Air­line zu ken­nen und zu erfül­len. Ben­zin­feu­er­zeu­ge, schar­fe oder spit­ze Gegen­stän­de – wie z.B. Taschen­mes­ser oder Sche­ren – sind Gefah­ren­gü­ter und somit im Hand­ge­päck nicht erlaubt. Wan­der­stö­cke und ande­re sper­ri­ge Gegen­stän­de müs­sen in der Regel als Son­der­ge­päck auf­ge­ge­ben wer­den. Infor­mie­re dich auch hier vor­ab, ob das Wan­der­zu­be­hör vor­her ange­mel­det wer­den muss. Die Spit­zen von Wan­der­stö­cken müs­sen z.B. mit einer Pols­te­rung ent­schärft wer­den, das soll­test du bereits vor­ab erle­di­gen, damit es am Check-in nicht zu Pro­ble­men oder Ver­zö­ge­run­gen kommt. Am bes­ten eig­nen sich für eine Flug­rei­se grund­sätz­lich Tele­skop­stö­cke oder sol­che, die in ein­zel­ne Seg­men­te zer­legt wer­den kön­nen, um sie dann prak­tisch und schnell im Auf­ga­be­ge­päck zu verstauen.

Auch die Fahrt zum Flug­ha­fen soll­te am bes­ten vor­ab geplant und orga­ni­siert wer­den. Am ein­fachs­ten ist die Fahrt mit dem eige­nen Auto zum Flug­ha­fen. In die­sem Fall soll­test du jedoch einen siche­ren Park­platz zum Lang­zeit­parken buchen, um kei­ne unan­ge­neh­men Über­ra­schun­gen bei vol­len Park­häu­sern zu erle­ben. Mit Ser­vices wie Flu­parks Ham­burg kannst du ent­spannt schon vor der Rei­se die Prei­se hier­für ver­glei­chen und güns­tig einen Park­platz an dei­nem Start­flug­ha­fen buchen.

Zu guter Letzt ist es immer emp­feh­lens­wert, recht­zei­tig am Flug­ha­fen zu erschei­nen, da das Wan­der­ge­päck mög­li­cher­wei­se mehr Zeit am Check-in und bei der Sicher­heits­kon­trol­le erfor­dert. So gerätst du nicht in Stress und kannst statt­des­sen ent­spannt Dei­ne Rei­se antreten.

13. Alpi­ne Erfahrung

Wenn Du allein los­zie­hen möch­test, ist alpi­ne Erfah­rung ein abso­lu­tes Muss. Dazu gehört deut­lich mehr, als ein paar Mal auf einem ein­fa­chen Vor­al­pen­gip­fel gewe­sen zu sein. Zunächst musst Du Dir bewusst sein, dass es in den Ber­gen nach wie vor häu­fig kei­nen Han­dy­emp­fang gibt. Das ist sogar eher die Regel als die Aus­nah­me. Du soll­test wis­sen, was Du tust, wenn Dir etwas ernst­haf­test zustößt (z.B. Bän­der­riss). Klar, auf dem E5 Rich­tung Kempt­ner Hüt­te wird ver­mut­lich sehr schnell jemand auf Dich auf­merk­sam. Wie schaut es aber aus, wenn Du etwas von der Haupt­rou­te abweichst, oder gar von Beginn an eine eher ein­sa­me Hüt­ten­tour in den West­al­pen planst. Hier wäre zum Bei­spiel ein “per­so­nal loca­tor bea­con” sinn­voll. Die­ses Gerät ermög­licht Dir auch ohne Han­dy­emp­fang, via Satel­li­ten, Hil­fe zu holen.

Auf jeden Fall ist — nicht nur für eine Tour allei­ne — eine gute Tritt­si­cher­heit nötig und Du musst den Blick in die Tie­fe ertra­gen kön­nen (Schwin­del­frei­heit). Du soll­test zwin­gend mehr als nur grund­le­gen­de Kennt­nis­se in der Ori­en­tie­rung mit Kar­te und GPS-Gerät haben (beden­ke, Elek­tro­nik kann immer ausfallen).

Dei­ne Kon­di­ti­on soll­te so gut sein, dass Du im Ernst­fall deut­lich wei­ter­ge­hen kannst, als geplant. Abschlie­ßend ist auch eine gewis­se Erfah­rung mit typi­schen Wet­ter­phä­no­me­nen uner­läss­lich. Das kann im Extrem­fall mal bedeu­ten, dass Du ohne Früh­stück los­ziehst, weil die Etap­pe lang ist und am frü­hen Nach­mit­tag ein Gewit­ter droht.

Wei­te­re Fra­gen zur anste­hen­den Alpen­über­que­rung? Hier geht es zu Teil 1 unse­res Rat­ge­bers: Fra­gen und Tipps zur Alpen­über­que­rung Teil 1

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